Proffix Swiss Bike Cup – Lugano, Carona

Wow, so schnell ging das! Bereits das letzte Rennen der Saison 2018 fand vergangenen Sonntag im Tessin statt. Die Strecke ist zwar technisch nicht die Schwierigste, jedoch muss man stets den Kopf bei der Sache haben. Die Konzentration ständig aufrecht zu erhalten, ist aber bei dieser Strecke gar nicht so einfach. Steile und teils lange Aufstiege, sowie viele Hindernisse und Kurven zehren an den Kräften.
Auch wenn ich die letzten zwei Wochen nicht mehr so intensiv trainiert hatte, fühlte ich mich super fit und freute mich einfach nochmals Gas zu geben. Das Wochenende in Mergozzo (IT) war Erholung pur. Pässe heizen mal ohne Velo. Dabei waren nur mein Vater, ich und unser Oldtimer Auto. So stand ich Sonntags an der Starlinie ohne perfekte Vorbereitung und ohne perfekte Bedingungen. Doch wie perfekt muss die Vorbereitung, das Umfeld, die Bedingungen schon sein, um die bestmögliche Leistung abzurufen?
Mein erstes Swiss Bike Cup Rennen gewann ich 2014 in Montsevellier als U17 Fahrerin. Dieses Rennen werde ich nie vergessen, denn die Vorbereitung war alles andere als «perfekt». Ich war in der 9. Klasse und der Schulabschluss stand bevor. Tatsächlich fand die Party unserer Klasse genau einen Tag vor dem nationalen Rennen statt. Natürlich war ich da erst in der Kategorie U17, doch trotzdem war mir das Rennen wie auch die Feier sehr wichtig. Einen solchen Schulabschluss gibt’s schliesslich nur einmal im Leben. Ich entschied mich also, an die Party zu gehen und zu feiern. Am nächsten Tag stand ich in Montsevelier an der Startlinie, so relaxed und gelassen wie wohl noch nie bei einem Rennen. Mit nur 3 Stunden Schlaf stand ich da, ohne Druck, ohne Erwartungen, ohne perfekte Vorbereitung. Als der Startschuss erklang, fuhr ich los, fuhr weiter, fuhr schneller und gewann. Was heisst es also überhaupt, das Wort «perfekt»?
Ein lautes «Peng» war zu hören und die U23 und Elite Fahrerinnen starteten. Am langen Start-Aufstieg konnte ich gut mithalten. Ich hatte Power, war motiviert und fand ziemlich schnell meinen Rythmus. So fuhr ich mehr oder weniger das ganze Rennen auf Platz 8 oder 7. Holte ich die Luxemburgerin vor mir in den Abfahrten auf, zog sie in den Aufstiegen wieder davon. In der vierten Runde merkte ich dann, wie meine Kräfte schwanden. Ich nahme etwas Tempo raus und litt mich durch die fünfte und letzte Runde. Nach 1h 45min war dann endlich fertig. Das Rennen war lang und hart, doch ich zog es durch. Das Endresultat war der 8. Rang bei den Elite und der 3. Rang bei den U23. Ein wirklich toller Abschluss. Nach dieser langen, physisch wie auch psychisch harten Saison, geht’s für mich schon bald in die Ferien. Mehr Infos dazu werden folgen.

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