25. August 2020

Proffix Swiss Bike Cup Gstaad – Gute und schlechte Entscheidungen

Das Proffix Swiss Bike Cup Rennen in Gstaad lief anders als geplant. Mit einem dnf (did not finish) habe ich definitiv nicht gerechnet. Nun wo starte ich mit der Geschichte? Am besten am Anfang.

Nach dem Etappen Rennen in Frankreich kam ich am Freitagabend zurück nach Hause. Am Sonntag dann wollte ich unbedingt einen Downhill-day einlegen. Ich wusste, dass ich mich vom Etappenrennen erholen sollte und ich wusste auch, dass ich davon ziemlich vorermüdet war. Mein Trainer überliess mir die Entscheidung. Was ich auch gut fand. Denn manche Entscheidungen müssen Athleten selber treffen. Jedoch müssen diese dann auch mit den möglichen Konsequenzen leben. Rückblickend gesagt, wäre ich besser zuhause geblieben und hätte mich vom Rennen erholt. Doch im Nachhinein ist man immer schlauer. Ich ging also nach Lauterbrunnen, um dort den ganzen Tag über den „Grütsch“ Trail zu ballern. Ich versuchte vorsichtig zu fahren, nicht „all in“ zu gehen, liess sogar einen kleinen Drop aus. Doch bereits in der 3. Abfahrt passierte es dann. Bei einer wirklich sehr einfachen Sektion liess ich aus Versehen links den Lenker los, stürzte und landete mit der linken Hand direkt auf einem Stein. Die Hand schwellte sehr schnell an und schmerzte extrem. Ich fuhr dann einhändig die Strasse runter zur Talstation. Die Tränen kamen mir jedoch nicht wegen den Schmerzen, sondern weil ich so sauer und verärgert über mich selber war. An so einem einfachen Ort auf die Schnauze zu fliegen war sehr ärgerlich. Dies eine Woche vor dem Swiss Bike Cup in Gstaad, einem Qualifikationsrennen für die Europa- und Weltmeisterschaft. Die Wut war gross. Nach ein paar Tagen ging die Schwellung zurück. Die Hand schmerzte jedoch immer noch und färbte sich an einigen Stellen blau und violette. Ich liess genauere Abklärung bei meiner Ärztin vornehmen. Nach dem Röntgen und dem MRI Scan fand man zwar keinen Bruch, jedoch waren 3 Knochen leicht verletzt. Meine Ärztin empfahl mir, das Rennen am Samstag in Gstaad definitiv nicht zu fahren. Doch ich wollte es unbedingt versuchen. Am Freitag bei der Streckenbesichtigung war ich dann das erste Mal in dieser Woche wieder auf dem Bike. Es ging plus minus gut und somit entschied ich das Rennen in Gstaad zu fahren. Doch ich konnte mein volles Leistungspotential nicht abrufen. Ich war extrem unstabil und unsicher mit der Hand, hatte Schmerzen und dazu kamen dann noch starke Rückenschmerzen. Aufgrund dessen stieg ich in der 4. Runde aus dem Rennen aus. Nun ja, die Enttäuschung ist/war natürlich riesig. Nun gilt es nach vorne zu schauen und mich auf das nächste Rennen in Langendorf (Argovia Cup) zu fokussieren. Der eine oder andere wird sich nun an den Kopf fassen und denken: „Wie kann man nach einem 5-tägigen Rennen und vor einem wichtigen Qualifikationsrennen so ein Risiko eingehen?“ Nun das habe ich mir auch überlegt. Doch ich brauchte diesen Tag einfach. Ich liebe es Trails zu shredden, das Adrenalin zu spüren und bei technischen Abfahrten über mich hinaus zu wachsen. Einfach mit Freunden mal einen Tag auf dem Bike zu geniessen ohne ständig Puls und Watt prüfen zu müssen. Ehrlich gesagt, habe ich manchmal einfach keine Lust auf verschiedenste Sachen zu verzichten, weil es bspw. schlecht für die Erholung ist oder nicht optimal für meine Leistung ist/sein könnte. Manchmal will auch ich bewusst Sachen machen oder geniessen können die einfach gut für meinen Kopf sind, vielleicht aber nicht unbedingt für meinen Körper. Nun hoffe ich jedoch, dass mein Körper in Langendorf wieder voll und ganz einsatzbereit ist. Wir werden sehen. Bis dann!


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